Herr Schleinig

2017. Jahr der chinesischen Fingerfalle.

2017 war intensiv für mich. Als Typ, Vater, Zweifler, Macher und Ehemann. Ich bin über 8.400 Kilometer durch Neuseeland und Australien gefahren. Ich war Zeuge der ersten Schritte meines Sohnes. Ich habe begonnen, jeden Morgen zu meditieren. Ich erlebte Ängste. Ich befand mich in Schieflage. Ich habe Freunde, die mir eine Konstante bieten und einfühlsame Worte finden. Ich hatte oftmals keinen Plan und enttäuschte mitunter Menschen, die es nicht erwarteten. Und über allem steht immer noch eine Frau an meiner Seite, für die Ehe Leichtigkeit und Glück bedeutet und die sich nun darauf einlässt, den Grund und Boden unserer selbst zu kartografieren. Danke dafür! ❤️

Dann war da diese Fingerfalle, die mir Thies Arntzen schenkte. Ein einfaches Ding aus verwobenem Bast. Stecken die Finger auf jeder ihrer Seiten fest, hilft es nicht, sie mit grober Gewalt zu befreien. Je fester man zieht, desto enger zieht sich die Falle zu. Und je weiter die Finger hineingeschoben werden, um so größer wird der Raum in der Röhre. Die Finger können leicht hinausgezogen werden.

Eine Analogie für Verhalten und Gedankengut, was mich beides in 2017 oftmals zeichnete und begleitete. Negativ, zerstörend, vernichtend, verängstigt, verzweifelt, überfragt, planlos, Tausende Meilen weg von dem, was ich sein wollte. Ich gab mich dem kriegerischen Drang hin, etwas in mir zu kontrollieren, zu ignorieren, zu betäuben. Bis zu viel auf dem Spiel stand. Und ich die Fingerfalle in meinen Händen hielt. Ich begann, auf meine innere Zerstörung und Furcht zuzugehen. Wir trafen uns und schlossen Frieden. Nein, ich mag sie nicht. Werde ich nie. Nur sind sie ein kleiner Teil von mir. Werden es bleiben.

Die Mechanik der Falle lehrte mich: Es erscheint zunächst unlogisch, sich in Ängste und Zweifel hineinzubegeben, sie bewusst wahrzunehmen, und ihnen mehr Raum zu geben. Für einen Moment. Sie lehrte, mich zu beobachten und nichts reflexhaft zu bewerten. Zu differenzieren und nicht der Flucht zu erliegen. Und weiter in das Dunkle einzusteigen, es zu sezieren. Ein schwieriger Schritt. Denn je verzweifelter ich früher eigentlich versuchte, es loszulassen, um so stärker wurde es.

2018 wird gut. Ich sehe neue berufliche Ufer. Ich werde wieder mehr fotografieren. Werde mehr schreiben (Mens Health Dad, PR Report uvm). Werde reisen, Leichtigkeit spüren, gerne sein. Einfach sein. Mit Kind und Frau. Und neugierig sein, was kommt.

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Dieser Beitrag wurde am Dezember 31, 2017 um 1:56 pm veröffentlicht und ist unter Uncategorized abgelegt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

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