Herr Schleinig

Was vom Leben übrig bleibt.

Eine Brosche. Ein jahreverblichenes Brillengestell. Gläser mit Spuren; verworren wie ein Flussdelta. Die letzte Umarmung ist noch warm. Da setzen sie die Segel. Während sie alle Lebensflaggen auf Halbmast ziehen. Wir verstehen, während wir doch nichts verstehen. Kaum Gefühle später, fast schon kurz vor Herbst, begeben wir uns auf Suche und finden vereinzelte Fragmente, zusammengefaltet und abgelegt. Cry me a river. Vorsichtig ziehen wir sie einzeln, stückchenweise hervor; klappen sie auf unter der Angst, sie mögen schon bald zerbröseln und uns verstauben. Und Mutter wischte uns dann die letzten Krümel vom Hemdsärmel. Sie fallen zu Boden. Ein Wind weht. Weg. Einfach so. Weg waren sie. Mensch und Vermächtnis. Alles weg.

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Dieser Beitrag wurde am Oktober 5, 2017 um 11:06 am veröffentlicht und ist unter Uncategorized abgelegt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

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