Herr Schleinig

Wenn die Jahre verschwimmen.

Und mit ihnen die geschuldeten Antworten. Ihre Fragen lösen sich auf; vernebelt ist die Sicht auf Ruhm und Ehre für naiv geträumte Taten. Was und wer wir sein wollten. Anfängerenthusiasmus. Das Leben hat uns eingeholt. Es war schneller als wir. Spielte mit unfairen Mitteln. Da stehen wir nun. Voll mit Tatendrang und ohne Herzkrach. Ein Stein hat mehr Mumm als wir. Ich begrüße morgens meine Defizite mit laschem Kaffee, verdrücke mit meinen Ängsten verstohlen ein Mittagessen, beende den Tag mit dem Blick auf den Wecker, morgen sei auch noch ein Tag. Die Weltherrschaft warte darauf, endlich in die richtigen Hände zu fallen. Doch: Die tausend Herzen in der Brust hören nacheinander auf zu schlagen. Hört Ihr sie noch wummern? Verzweifelt halten wir fest, was wir erreicht haben. Nur nicht loslassen. Noch ein Tag, dann wären wir wieder unverwundbar. Jahre später, die Rechnung machten wir jedoch ohne den inneren Widerstand. Erzählen wir dann unseren Enkeln.

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Dieser Beitrag wurde am September 30, 2015 um 7:21 pm veröffentlicht und ist unter Uncategorized abgelegt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

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